Vita - Schlaraffia Castellum Peinenese

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F. von Bodenstedt


Friedrich von Bodenstedt wird am 22. April 1819 als Sohn eines Brauer in Peine geboren.
Zunächst wird er Lehrling bei einem Kaufmann, nimmt aber später Studien der Geschichte und Fremdsprachen in Göttingen auf. 1840 reist er nach Moskau und wird dort von einem russischen Fürsten als Privatlehrer engagiert. Drei Jahre später wechselt er als Lehrer an ein Gymnasium nach Tiflis. Bodenstedt unternimmt Reisen durch Kleinasien und kehrt 1846 nach Deutschland zurück. Seine Wohnsitze wechseln häufig: Von München aus zieht er nach Triest, Berlin, Frankfurt/Main, Bremen, Kassel und Thüringen und verdient als Journalist seinen Lebensunterhalt. 1854 kehrt er nach München zurück, weil ihn Maximilian II. als Honorarprofessor für slawische Sprachen beruft. In seinen Münchener Jahren entfaltet er eine rege Übersetzertätigkeit, die hauptsächlich Shakespeare und seinen Zeitgenossen gilt. In München wird er Mitglied der Dichtergesellschaft "Krokodile". Von 1866 bis zu seinem Rücktritt 1869 ist er Intendant des Hoftheaters Meiningen. Ab 1876 lebt er in Wiesbaden und bricht 1880 von dort aus für zwei Jahre zu einer Reise in die Vereinigten Staaten auf.
Sein größtes Verdienst erwirbt sich Bodenstedt als Übersetzer. Puschkin, Lermontow, Turgenjew und andere russische Schriftsteller macht er durch Übersetzen ihrer Werke in Deutschland erst bekannt. Musterhafte deutsche Fassungen persischer Dichtungen, etwa von Hafis und Chajjam zeigen Bodenstedts begnadete Sprachbegabung.
Am 18. April 1892 stirbt Friedrich Martin von Bodenstedt in Wiesbaden.


Friedrich (Martin) von Bodenstedt


Aus "Mein Lebenslauf"
"Trinken macht weise !"

Es ging kein Führer mir zur Seite,
der fördernd klugen Rat mir gab,
mir ward kein schützendes Geleite,
früh war ich selbst mein Rat und Stab,
drum schweift ich irrend oft ins Weite.


190. Wiegenfest des Peiner Dichters Friedrich von Bodenstedt.

Schüler der Peiner Bodenstedt-Wilhelmschule und des Ratsgymnasiums ließen den Humor Friedrich von Bodenstedts aufleben. Sie verpackten sein literarisches Werk in ein modernes Gewand.



Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt des Schlaraffen "Lord Journalje" alias Ulrich Jaschek, der, begleitet von Christiane Rosenberger an der Harfe, den hintergründigen Humor Bodenstedts den Gästen wortgewaltig nahebrachte.


» Peiner Allgemeine Zeitung vom 23.04.2009
» Ausschnitt des Artikels

Der bronzene Dichter

Ein bronzenes Denkmal steht auf dem Peiner Marktplatz, dem Mittelpunkt, dem Wohlfühlort. Es ehrt Friedrich Martin von Bodenstedt, den Dichter, Reiseschriftsteller und Literaten, der 1819 in Peine geboren wurde, in dem Haus, vor dem er jetzt in Bronze gegossen steht. Sitzt, genauer gesagt, nämlich auf einem Diwan, an dessen Seiten der Bildhauer Andreas Krümmer (Jahrgang 1959) Episoden aus Bodenstedts Leben dargestellt hat.



Der Bestsellerautor

Was der Bestsellerautor des 19. Jahrhunders in den Händen hält, ist eine Ausgabe seines bekanntesten lyrischen Werkes, der "Lieder des Mirza Schaffy", dessen erste Auflage 150 Jahre vor der Denkmalsenthüllung erschienen war. Dass es dieses Standbild seit 2001 gibt, ist der Beharrlichkeit des damaligen ehemaligen Bürgermeisters Ulrich Biel zu verdanken, der damit nicht einmal die Stadtkasse belastete.


Schlaraffia als Kostenträger...

Denn die Kosten übernahmen die wohltätige Augustin-Stiftung und zu einem Teil auch der Freundschaftsbund "Schlaraffia Castellum Peinense", der das Andenken Bodenstedts bewahrt, sowie die Korporationen des Peiner Freischießens.

... und künstlerischer Impulsgeber

Detail am Rande: Besucher des Marktplatzes werden auch musikalisch an den Peiner Ehrenbürger Bodenstedt erinnert. Wenn sich am Turm des alten Rathauses das Türchen öffnet und der Stadttrommler erscheint, ist eine Fanfare zu hören. Komponiert hat sie ein Mitglied der Schlaraffia, weiland Musikprofessor Georg Greiner, genannt Rt Rauhfrost der lammfrohe Drahtzieher. Er gab ihr den Namen "Bodenstedt-Fanfare".

Quelle: Peine Aufgenommen, Text Jürgen Dieckhoff


Stand 16.10.2017
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