Schlaraffia und die Medien - Schlaraffia Castellum Peinenese

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Presse


Auszug aus der Ritterarbeit des Junkers Jan (3-Lipsia) vom 13. im Hornung 153  als Handreichung an Journalisten zum Verständnis über den Männerbund Schlaraffia.
"Öffentlichkeitsarbeit wird in Allschlaraffia zumeist zurückhaltend, mitunter auch äußerst defensiv betrieben."

Ein leicht verstaubter Altherren-Spaßclub?
Dies resultiert vor allem aus häufig weniger guten Erfahrungen mit Pressemedien, die das schlaraffische Treiben nur verzerrt und oft mit gewisser Häme dargestellt haben, wobei Schlaraffia mitunter als leicht angestaubter »Altherren-Spaßclub« ins Bild gesetzt wurde.
Diese Feststellung hat Rt Per-Sie-Flasch’ aus dem hohen Reych Stutgardia in seinem Werk „Schlaraffia von Aha bis Z" getroffen (Brüninghaus 2005: 66).

Von Unkenntnis gezeichnetes Verhältnis
Schlaraffen und Medien pflegen ein Verhältnis, das von Unkenntnis gekennzeichnet ist. Die Vertreter der Medien wissen oft nichts über Schlaraffia. Und Schlaraffen wissen oft nicht, wie Medien überhaupt funktionieren. Zudem hat sich seit der Gründung unseres Weltbundes die Rolle von Medien in der profanen Welt derart verändert, dass sich die Frage aufdrängt, ob unser Spiel sich dem stärker anpassen muss.

Wo die Probleme liegen.
Beginnen wir mit einem praktischen Grundsatz der profanen Welt und zeigen erst mit dem Finger auf andere: in diesem Fall die Medien.

Der Spagat
Für Journalisten ist Schreiben über Schlaraffia ein schwieriger Spagat.
Einerseits gilt es, das schlaraffische Treiben so darzustellen, dass wir Schlaraffen mit der Berichterstattung einverstanden sind.
Andererseits schreibt der Journalist für ein Publikum, bei dem er davon ausgehen muss, dass es gar keine Ahnung von Schlaraffia hat. Wie viele von uns schon im Turnunterricht in der Grundschule gelernt haben: Spagat können nur die wenigsten. Für diese Ritterarbeit habe ich in minutenlanger Archivrecherche Zitate aus verschiedenen Zeitungsartikeln zusammengetragen, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie versuchen, das schlaraffische Spiel angemessen darzustellen, und scheitern daran, es ihren Lesern geradezu zwanghaft mit Vergleichen vermitteln zu wollen:

Beipiele:

  • 'Natürlich sind sie viel zu höflich, auch die 10.000. scherzhafte Verwechslung ihres Bundes mit der bekannten Matratzenmarke nicht mit einem geduldigen Lächeln zu quittieren. Und ebenso natürlich haben sie nichts zu tun mit den gleichnamigen Bewohnern jenes legendären Märchenlandes.'

  • 'Obwohl der Fasching längst vorbei ist, tragen alle Anwesenden große bunte Mützen und Abzeichen als wären sie Elferratsmitglieder der Narrhalla. Was für Nichteingeweihte wie eine Art Karnevalssitzung aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als die Verhohnepiepelung einer solchen.

  • 'Die Bezeichnung "Schlaraffe" kommt vom mittelhochdeutschen "Slur-Affe" und bedeutete einst so viel wie "sorgloser Genießer". Heute will man dies eher im intellektuellen Sinne verstanden wissen. Die Vereinssatzung schreibt vor, dass nur Männer »in gesicherter Position« Mitglied werden können. So kommt es, dass sich Juristen, Ärzte, Professoren und andere tragende Persönlichkeiten ihre … Umhänge über die Anzüge werfen […].

  • 'Die Schlaraffen sind passionierte Sänger, nehmen es zudem genau mit ihren Begrifflichkeiten. Amtssprache ist Deutsch – ein altertümliches Deutsch, vermengt mit Schlaraffenlatein und der Rhetorik germanischer Polizeiprotokolle.

  • 'Fakt ist, dass die weißen Häupter beim Treiben rund um den Uhu dominieren. »Weiber« werden ausschließlich Getränke servierend in der Burg geduldet. Gleicher sind nur die Oberschlaraffen. Solange sie die Sitzungen leiten, gelten sie als unfehlbar, was zuweilen zu absurden Entscheidungen führt.  *1


Aber kann man diese Worte den Journalisten verdenken? Wir Schlaraffen wissen ja, dass ein fungierender Oberschlaraffe nur dann absurde Entscheidungen trifft, wenn er sie selbst für "absurd" erklärt. Für Außenstehende ist das schwer nachzuvollziehen.

Was Journalisten wissen sollten
Unser Spiel wurde im profanen Jahr 1859 ins Leben gerufen. Gründungsort war Prag, damals seit Jahrhunderten unter der Herrschaft der Habsburger Monarchie. Unter solch einer Herrschaftsform sind Öffentlichkeitsarbeit, wie wir sie heute kennen, und unabhängige Medien nicht von einer solchen Bedeutung, dass man für sie eigens Regierungsämter einrichten müsste.

Dies spiegelt sich in unseren schlaraffischen Wahlwürden wieder:

  • Ans Geld eintreiben ist gedacht mit dem Reychsschatzmeister.

  • An den Pomp und anderen blendenden Mummenschanz ist ebenfalls gedacht mit dem Ceremonienmeister.

  • Mit dem Oberschlaraffen ohne Portefeuille ist sogar die Tugend der Ämterhäufung berücksichtigt.


Alles Funktionen, die bis heute auch in der profanen Welt von hoher Bedeutung sind. Es gibt Finanzminister für das Geld, Filmschauspieler, Fußballer oder Monarchen für den Pomp, und wenn ich jetzt mit Beispielen für moderne Ämterhäufung beginnen würde, säßen wir morgen noch hier.

Jeder Provinzfürst hat heute einen Pressesprecher.
So sollte also ein fungierender Oberschlaraffe auf einen Reychsvermittlungsmeister zurückgreifen.
Der Reychsvermittlungsmeister ist zuständig für jede Anfrage, die von außerhalb der Schlaraffia kommt.

An wen der Journalist sich wenden sollte
Will beispielsweise ein Medienvertreter einen Oberschlaraffen befragen, so hat er sich an den Reychsvermittlungsmeister zu wenden.
Wie bei jeder professionell betriebenen Öffentlichkeitsarbeit hat der Reychsvermittlungsmeister zwei Möglichkeiten, dem Pressevertreter zu antworten:

  • Der Oberschlaraffe ist sehr beschäftigt.

  • Der Oberschlaraffe atzt gerade.


Zur besseren Verständlichkeit darf der Reychsvermittlungsmeister auch die profane Bezeichnung "Er ist zu Tisch" verwenden, die der Medienvertreter aus seinem Arbeitsalltag heraus vermutlich besser versteht.

Schwer überbrückbare Unterschiede
Zwischen der medialen Öffentlichkeit und dem schlaraffischen Treiben bestehen Unterschiede, die schwer zu überbrücken sind.

  • Sie sind verfasst in der Aufgabe der Journalisten, auch für Leser zu schreiben, die sich mit einem Thema überhaupt nicht auskennen.

  • Und sie sind darin verfasst, dass sich die Grundsätze unseres schlaraffischen Treibens nur schwer innerhalb verhältnismäßig weniger Zeilen für einen Außenstehenden darstellen lassen.


Auch ein Reychsvermittlungsmeister kann hier kaum Abhilfe schaffen.
Darüber hinaus wäre sein Schaffen auch intern sinnlos, die Wahlwürde wäre geradezu überflüssig.
Die schlaraffische Schlussfolgerung kann also nur lauten: Gerade deshalb brauchen wir ihn.

Hier mit freundlicher Genehmigung des Junkers Jan, inzwischen Ritter Gegen-den-Wind der Radio-Aktive des hohen Reyches Lipsia, veröffentlicht.

Die Würde des Reychsvermittlungsmeisters des Castellum Peinense ist derzeit noch nicht besetzt. Wir arbeiten daran. Journalisten wenden sich bitte mit Anfragen via Kontakt an das Kantzlerambt oder nutzen den Weg über das Impressum.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage .

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*1 Die Zitate stammen aus mehreren Artikeln deutscher Tageszeitungen über Schlaraffia, die innerhalb der profanen Jahre 1988 und 2010 entstanden sind.



Stand 13.12.2017
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